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Angriff der Riesenspinne – Die Arachniden aus dem All

22 Jun

The Giant Spider Invasion

Von Volker Schönenberger

SF-Horror // In der ländlichen Gemeinde in Wisconsin geht alles seinen gewohnten Gang. Der Prediger (Tain Bodkin) hält eine flammende Rede, während Farmer Dan Kester (Robert Easton) zu einem Schäferstündchen aufbricht, seiner Frau Ev (Leslie Parrish) aber erzählt, er wolle die Predigt besuchen. Der junge Dave Perkins (Kevin Brodie) führt derweil Evs kleine Schwester Terry (Diane Lee Hart) aus. Dann jedoch schlägt ein Meteorit auf Dan Kesters Farm ein. Und plötzlich steigt die Spinnenpopulation in der Gegend enorm an. Und die achtbeinigen Tierchen wachsen …

Stellt euch eine Kombination aus „Tarantula“ (1955) „Mörderspinnen“ (1977) und „Arachnophobia“ (1990) vor! Habt ihr das? Okay, nun stellt euch qualitativ das genaue Gegenteil dieser Konstruktion vor – dann seid ihr vielleicht bei „Angriff der Riesenspinne“ angelangt. Während die drei genannten Werke in jeder ernst zu nehmenden Rangliste von Spinnenhorrorfilmen ganz vorn platziert sein sollten, ist ein Rang ganz hinten für dieses miese Machwerk am Ende noch zu viel des Guten.

Das schwarze Loch

Nun gut, ein paar Momente hat sogar dieser Streifen, beispielsweise nach knapp einer Stunde, wenn Terry von einer überdimensionalen Spinne attackiert wird, Dave zur Rettung eilt und kurz darauf die beiden Wissenschaftler Dr. Vance (Steve Brodie) und Dr. Jenny Langer (Barbara Hale) ebenfalls auf den Riesen-Arachniden treffen. Überhaupt diese beiden: Während sie sich über unterschiedliche astrophysische Theorien austauschen und alsbald ein schwarzes Loch als Antwort auf viele Fragen ausmachen, kommt es zu einer geradezu sympathischen Annäherung zwischen den beiden. Dass die wissenschaftlichen Erklärungen hanebüchen ausfallen – geschenkt.

Die Riesenspinne wiederum sieht so blöd aus, dass es schon fast wieder toll ist. Aber nur fast, insgesamt bleibt es bei blöd. Man muss schon sehr dem Trash frönen, um bei „Angriff der Riesenspinne“ Vergnügen zu empfinden, dann aber kann es klappen. Cast und Crew des Films kommen ohne jede Prominenz oder irgendeinen Wiedererkennungswert daher. Barbara Hale hat immerhin in der Fernsehserie „Perry Mason“ (1957–1966) nebst diversen „Perry Mason“-Fernsehfilmen ab Mitte der 80er den wichtigen wiederkehrenden Part als Della Street innegehabt.

Gedreht wurde sogar am Originalschauplatz Wisconsin – wenn das nichts ist. 300.000 Dollar hat die Produktion gekostet, diesen Betrag sieht man „Angriff der Riesenspinne“ nicht an, der Film wirkt, als seien es nur 3.000 Dollar gewesen. Ebenso wenig sieht man ihm an, dass er an den Kinokassen 15 Millionen Dollar eingespielt hat. Kaum zu fassen. In Deutschland scheint sich das Werk eine Fangemeinde erarbeitet zu haben, sonst hätten sich wohl kaum gleich diverse Publisher erbarmt, es zu veröffentlichen, wenn auch nur in leidlicher Qualität. Die erste Hälfte des Films ist langweilig, die zweite lächerlich. Selten wurde so nach Herzenslust herumdilettiert wie bei „The Giant Spider Invasion“. Für Trash-Fans geeignet, aber auch nur für die.

Veröffentlichung: 27. Dezember 2021 als 4-Disc Edition SchleFaZ-Fassung (3 Blu-rays & DVD), 30. April 2021 als Bonus-Blu-ray im 3-Disc Edition Mediabook von „Der letzte Ausweg“ (2 Blu-rays & DVD, 8 limitierte Covermotive), 31. Mai 2019 als Blu-ray in großer Hartbox (2 limiterte Covervarianten à 25 Exemplare), 30. April 2019 als Classic Cult Collection Blu-ray, 14. März 2017 als 2-Disc Complete Edition (Blu-ray & DVD), 1. März 2017 als 3-Disc Edition Mediabook (Blu-ray, DVD & Soundtrack-CD), 13. Oktober 2016 als Classic Cult Edition Blu-ray

Länge: 80 Min. (Blu-ray), 76 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Giant Spider Invasion
USA 1975
Regie: Bill Rebane
Drehbuch: Richard L. Huff, Robert Easton
Besetzung: Steve Brodie, Barbara Hale, Robert Easton, Leslie Parrish, Alan Hale Jr., Bill Williams, Kevin Brodie, Diane Lee Hart, Tain Bodkin, Paul Bentzen, J. Stewart Taylor, Christiane Schmidtmer
Zusatzmaterial (Auszug, nicht in jeder Edition): Making-of (15:21 Min.), Behind the Scenes (72:04 Min.), Behind-the-Scenes-Galerie, 2 Super-8-Fassungen (28:27 und 29:26 Min.), „Mystery Science Theater“ (7:07 Min.), alter deutscher Vorspann (1:08 Min.), alte deutsche Fassung (76:28 Min.), Behind the Scenes Uncut (133:17 Min.), Interview mit Robert Easton (17:03 Min.), Erinnerungen (6:28 Min.), Soundtrack auf CD (40:02 Min.), nur Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach
Label/Vertrieb Mediabook 2021: Astro
Label/Vertrieb Hartbox 2019: AMS
Label/Vertrieb Mediabook 2017: ’84 Entertainment
Label/Vertrieb SchleFaZ-Fassung / Classic Cult Collection / Complete Edition / Platinum Cult Edition: ‎VZ-Handelsgesellschaft mbH (Digi-Dreams-Studios)

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Packshot Mediabooks: © 2017 ’84 Entertainment, Packshot andere: © VZ-Handelsgesellschaft mbH (Digi-Dreams-Studios)

 

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