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Hai Attack – Was würde Steven Spielberg sagen?

09 Mrz

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Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Welches Machwerk war der erste Horror-Trashfilm mit einem Hai oder mehreren Haien als tödliche Bedrohung? Wen kann die Gemeinde der Filmfans für die Schwemme an diesen billigen Streifen zur Rechenschaft ziehen oder wahlweise mit Lob überhäufen? Lässt sich das überhaupt feststellen? Oder beziehen sich diese grottigen Gurken allesamt doch nur auf Steven Spielbergs 1975er-Meisterwerk „Der weiße Hai“? Man weiß es nicht.

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Ob das Boot ausreichend Schutz bietet?

Ein Blick auf die eine oder andere Produktions- und/oder Distributionsfirma bringt keine endgültigen Erkenntnisse: „New Horizons Picture“, u. a. verantwortlich für „Sharktopus“, hat die Haie erst vor ein paar Jahren entdeckt. Das berüchtigte Label „The Asylum“ hat auf dem Gebiet ungleich mehr Erfahrung, zuletzt u. a. mit „Sharknado“ und „Shark Week – 7 Tage – 7 Haie“. Der erste Asylum-Haifischfilm war aber offenbar – Irrtum vorbehalten – erst 2009 „Mega Shark vs Giant Octopus“. Auch keine abschließenden Erkenntnisse bringt ein Blick auf die Filmografie des Syfy-Channels, der viele dieser Filme in Auftrag gegeben hat. Es scheint ein Phänomen der vergangenen fünf Jahre zu sein.

2011 hat die junge Produktionsfirma „Bullet Films“ einen Beitrag zum Genre geleistet und den geneigten Trashfans „Swamp Shark“ beschert. Die Sinnhaftigkeit des deutschen Vertriebstitels „Hai Attack“ lassen wir einfach mal außer Acht. Der Film ist bereits seit November 2011 in herkömmlicher Form als Blu-ray und DVD im Handel und nun auch als Blu-ray 3D zu haben.

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Auf Haifischjagd in den Everglades

Der illegale Transport eines überdimensionalen Hais in Florida geht schief – das Tier befreit sich und entkommt in die Everglades. Zu den Verantwortlichen gehört der korrupte Sheriff Watson (Robert Davi, „Stirb langsam“), der folgerichtig keinen Finger rührt, die Bevölkerung vor der Gefahr zu warnen. Erste Opfer der hungrigen Kreatur werden ein Trunkenbold und ein Alligator. Es obliegt einem kleinen Trupp mutiger Menschen, gegen den Hai anzutreten, darunter die Restaurantbesitzerin Rachel (Kristy Swanson, „Buffy, der Vampirkiller“) und ihr stets nur Kaffee trinkender Gast Tommy (D. B. Sweeney), der in der ganzen Affäre nicht ganz so ahnungslos ist, wie es anfangs scheint.

Horror-Trash benötigt einfach andere Maßstäbe als herkömmliche Gruselware. Die Figuren müssen sich noch etwas dämlicher anstellen als im Horrorgenre gemeinhin üblich, sie müssen auch noch dämlicher daherlabern, sonst macht es keinen Spaß. Und wo kämen wir denn hin, wären die Kreaturen in diesen Machwerken mal technisch virtuos getrickst? Eben – mies muss es aussehen. Hat hier jemand laut „Logik“ gerufen? Sei’s drum – ein Horror-Trashfilm muss ein einziges Logikloch sein.

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Er war wohl doch nicht so schmackhaft

Diese Streifen dürfen so schlecht sein, wie es nur möglich erscheint. Hauptsache, es geht rund, damit keine Langeweile aufkommt. Berücksichtigt man all diese Aspekte, ist zu konstatieren: „Hai Attack“ gehört zu den gelungenen Vertretern, erreicht nicht ganz den Unterhaltungswert von „Sharknado“, übertrifft aber den von „Shark Week – 7 Tage – 7 Haie“.

Veröffentlichung: 6. März 2014 als Blu-ray 3D (inkl. 2D-Version), 3. November 2011 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Swamp Shark
USA 2011
Regie: Griff Furst
Drehbuch: Jennifer Iwen
Besetzung: Kristy Swanson, Robert Davi, D. B. Sweeney, Lauren Graham, Jason Rogel, Richard Tanne, Jeff Chase
Zusatzmaterial: Trailershow
Vertrieb: Tiberius Film

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Ich schnapp’ dich!

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2011/2014 Tiberius Film

 
 

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Eine Antwort zu “Hai Attack – Was würde Steven Spielberg sagen?

  1. Mic

    2014/03/09 at 12:34

    Um deine Einstiegsfrage zu beantworten würde ich sagen, dass unsere italienischen Freunde sich das Ruhmesblatt anheften können, die ersten Trash-Haifilme gemacht zu haben, direkt im Fahrwasser des Weißen Hais. Wobei aber auch dieses Franchise selber seinen Teil beizutragen hat, denn wenn man sich mal den dritten und den vierten Teil anschaut, mit denen Spielberg selbstredend nichts mehr zu tun hatte, dann sieht man schon einige der Mechanismen, die bis heute in den Haiheulern zu finden sind. Dass die sich dann teilweise vollkommen hemmungslos dem Trash ergeben, wie zum Beispiel Sharknado, steht dann natürlich noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.

     

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