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Solo – A Star Wars Story: Der Falke und die Freundschaft

23 Mai

Solo – A Star Wars Story

Kinostart: 24. Mai 2018

Von Florian Schneider

SF-Abenteuer // „Die Vorgeschichten, erzählt sie werden müssen!“ Das dachten sich zumindest die Entscheider bei der Walt Disney Company. Schließlich haben sie sich 2012 die Rechte am erfolgreichsten Franchise der Filmgeschichte für schlappe 4,05 Milliarden US-Dollar einverleibt (mitsamt des Medienkonzerns Lucasfilm Ltd.), weshalb die Kuh nun auch ordentlich gemolken werden muss. Während 2016 mit „Rogue One – A Star Wars Story“ bereits die Vorgeschichte zu „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ erzählt wurde, nimmt sich der Konzern jetzt also einen der größten Helden des Star-War-Kosmos vor: den Glücksritter und Schmuggler Han Solo.

Han Solos erste große Liebe: Qi’ra

Wie bereits bei den von George Lucas realisierten Episoden I bis III lässt sich auch bei „Solo – A Star Wars Story“ trefflich darüber streiten, ob das Enthüllen aller blinden Flecke, von denen es in den Originalen (Epsioden IV bis VI) ja reichlich gibt, Sinn ergibt oder nicht sogar dem Mythos selbst schadet. Eine hohe Hürde ist es allemal.

Ziemlich beste Freunde

Harrison Ford hat der Figur des Han Solo bereits bei ihrem ersten Auftritt in „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ eine mystische Aura verliehen („Han shot first“) und dieses Niveau spielerisch bis zum Ende in „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ (2015) durchgehalten. Nun ist es an Alden Ehrenreich („Hail, Caesar!“), die Genesis des Outlaws Han Solo glaubhaft zu machen und dabei zu versuchen, dem Charisma seines weltberühmten Vorgängers einigermaßen gerecht zu werden. Dies gelingt ihm tatsächlich recht gut, auch wenn er letzten Endes natürlich zweiter Sieger bleibt.

Was heckt der infame Dryden Vos aus?

Tatsächlich lassen sich die Probleme, die ich bei der Rezeption von „Solo“ hatte, auf einer anderen Ebene verorten, nämlich bei der Geschichte selbst sowie ihrer Inzenierung. Kurz zum Inhalt: Nachdem der junge Han Solo (Ehrenreich) seine erste große Liebe Qi’ra (Emilia Clarke, „Game of Thrones“) auf dem Schrottplaneten Corellia zurücklassen musste, sinnt er auf baldige Rückkehr. Dafür will er der beste Pilot der Glaxie werden und sich mit reichlich Geld und einem eigenen Schiff ausstaffieren.

Der „Rasende Falke“ ist eines der schnellsten Schiffe der Galaxis …

Drei Jahre vergehen, bis sich Han schließlich einer Gruppe Outlaws um die Vaterfigur Beckett (Woody Harrelson) anschließt. Gemeinsam stürzen sie sich in ein gewinnversprechendes Abenteuer, bei dem Han nicht nur Qi’ra wiedersehen, sondern auch auf Lando Calrissian (Donald Glover) treffen wird – der ist Pilot eines gewissen Raumschiffs namens „Rasender Falke“. Dies alles wird überstrahlt vom Beginn der wunderbarsten Freundschaft im Star-Wars-Universum, der Freundschaft zwischen Han und dem Wookiee Chewbacca (Joonas Suotamo).

… auch wenn noch Lando Calrissian am Steuer sitzt

Leider wird die Geschichte ohne Ecken und Kanten erzählt, ja beinahe schablonenhaft hakt Regisseur Ron Howard („Inferno“) die oben genannten Ereignisse ab – muss halt drin sein, ist es auch. Dabei kommt die Genesis Han Solos deutlich zu kurz. Die Figur wirkt von der ersten Szene an bereits fertig und muss auch im weiteren Verlauf keine gravierenden Niederschläge einstecken oder gar eine Katharsis durchlaufen. So bleibt „Solo – A Star Wars Story“ ein launiges Abenteuer, das zu unterhalten weiß, aber zu wenig Tiefe und Höhepunkte aufweisen kann. Ob dies ein grundlegendes Problem des Drehbuchs von Lawrence und Jonathan Kasdan ist oder ob die kurzfristige Neubesetzung der Regie von Chris Miller und Phil Lord durch den Hollywood-Veteranen Howard eine entscheidende Rolle gespielt hat, steht in den Sternen.

Han ist bereits begierig, den Pilotensessel einzunehmen

Der Krieg der Sterne bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (The Phantom Menace, 1999)
Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones, 2002)
Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (Revenge of the Sith, 2005)
Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (A New Hope, 1977)
Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back, 1980)
Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi, 1983)
Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht (The Force Awakens, 2015)
Rogue One – A Star Wars Story (Rogue One – A Star Wars Story, 2016)
Star Wars – Die letzten Jedi (Star Wars – The Last Jedi, 2017)
Solo – A Star Wars Story (Solo – A Star Wars Story, 2018)

Endlich!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Woody Harrelson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet. Ein lesenswerter Text zu „Solo – A Star Wars Story“ findet sich auch bei den Kollegen von Evil Ed.

Ist Beckett vertrauenswürdig?

Länge: 135 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Solo – A Star Wars Story
USA 2018
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Jonathan Kasdan, Lawrence Kasdan
Besetzung: Alden Ehrenreich, Joonas Suotamo, Woody Harrelson, Emilia Clarke, Donald Glover, Thandie Newton, Phoebe Waller-Bridge, Paul Bettany, Jon Favreau, Linda Hunt, Ian Kenny, John Tui
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2018 by Florian Schneider

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Walt Disney Studios Motion Picture Germany & Lucasfilm Ltd. All rights reserved.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 2018/05/23 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Eine Antwort zu “Solo – A Star Wars Story: Der Falke und die Freundschaft

  1. Dirk

    2018/05/23 at 10:40

    Ich hatte ja auf den Charakter Garm Bel Iblis gehofft.
    Aber der entstammt ja dem Expanded Universe und ist laut Disney tot… 😦

     

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