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The 51st State – Irrwitzige Jagd nach Wunderdroge

13 Sep

The 51st State

Von Volker Schönenberger

Krimikomödie // Was für eine Ansammlung ikonischer Figuren hat der aus Hongkong stammende Regisseur Ronnie Yu („Freddy vs. Jason“) da versammelt! Beginnend mit Elmo McElroy (Samuel L. Jackson): 1971 hat er sich als frischgebackener Pharmakologe seine berufliche Laufbahn versaut, weil er sich von einem State Trooper mit Marihuana erwischen ließ. Das hat ihn offenbar in die Kriminalität getrieben: 30 Jahre später hat McElroy im Auftrag des cholerischen Gangsterbosses „The Lizard“ (Meat Loaf) in Los Angeles eine ominöse synthetische Wunderdroge zusammengebraut. Doch statt ihm die Rezeptur auszuhändigen, sprengt er das Drogenlabor in die Luft, wirft sich seinem Mc-Namen entsprechend in eine Schottentracht inklusive Kilt, stellt all sein Hab und Gut mit einem Schild „Free Shit“ in den Vorgarten und verzieht sich über den großen Teich nach Liverpool, um die Formel der Droge dort an den Mann zu bringen.

Widerwillig hilft DeSouza (l.) dem Besuch aus den USA

Der Lizard hat die Explosion allerdings wider Erwarten knapp überlebt und schickt McElroy schnurstracks die Profikillerin Dakota Parker (Emily Mortimer) hinterher, die bei ihm verschuldet ist. In Liverpool lernen wir den großmäuligen Kleinganoven Felix DeSouza (Robert Carlyle) kennen, der als beinharter Liverpool-FC-Fan gern Anhänger gegnerischer Fußballvereine provoziert, auf ein kurz bevorstehendes Match seines Clubs gegen den Erzrivalen Manchester United hinfiebert und McElroy im Auftrag des lokalen Drogenbosses Leopold Durant (Ricky Tomlinson) am Flughafen abholt.

Die Droge, die alles in den Schatten stellt

„Mein Produkt ist 51 Mal stärker als Kokain, 51 Mal halluzinogener als Acid und 51 Mal explosiver als Ecstasy. Es ist so, als bekämen Sie einen persönlichen Besuch vom lieben Gott.“ So vollmundig preist McElroy gegenüber Durant seine Kreation an, die zudem aus rezeptfreien und legalen Zutaten besteht – er nennt sie MDS 51 (im Original: POS 51), eine Abkürzung, die zum Finale erklärt wird. Doch der Deal, der ihm 20 Millionen Dollar einbringen soll, platzt, weil Dakota Parker auf überaus bleihaltige Weise dazwischenfunkt. Die dafür erforderlichen Schusswaffen hat sie sich zuvor beim exzentrischen Höker Iki (Rhys Ifans) besorgt. Der will alsbald als Abnehmer der Formel einspringen.

Dakota Parker hat schon die Witterung aufgenommen

Der korrupte Kriminalpolizist Detective Virgil Kane (Sean Pertwee) ist DeSouza und McElroy auf den Fersen. Ach ja: Ein paar gewalttätige Nazi-Skinheads mischen auch mit, beziehen jedoch immer wieder Prügel – ein Running Gag, der jedem vernunftbegabten Filmgucker Freude bereiten dürfte. Eine Diarrhö-bedingte Fäkal-Einlage darf da nicht fehlen.

Auch Izi riecht ein großes Geschäft

Die erlesene Besetzung adelt „The 51st State“. Robert Carlyle („Ganz oder gar nicht“) reißt sein Maul immer wieder ganz weit auf – wunderbar, seinen breiten englischen Akzent zu hören, es empfiehlt sich natürlich die Originaltonspur. Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“) beweist, dass er auch im Schottenrock bei einem Wettbewerb um den Titel „Coolste Sau des Planeten“ weit vorn landen würde. Emily Mortimer („Match Point“) ist auch als gnadenlose Auftragsmörderin zauberhaft. Wer würde von ihr nicht gern gejagt werden? Aber zugegeben, auf eine Gewehrkugel im Allerwertesten oder anderswo verzichte ich doch lieber.

Der große Einfluss der USA

Das Vereinigte Königreich wird gelegentlich als 51. Bundesstaat der USA („51st State“) bezeichnet, weil der kulturelle und politische Einfluss der USA auf England & Co. so groß sei. Meine erste Sichtung des Films datiert von 2002, als „The 51st State“ beim Fantasy Filmfest Deutschland-Premiere feierte. Der actionreichen Krimikomödie haben die gut anderthalb Jahrzehnte nicht das Geringste angehabt. Die mit interessanten Wendungen gespickte Krimihandlung wartet mit schrägen Gestalten, ebensolchen Dialogen, viel Witz und ein paar überdrehten Gewaltspitzen auf. „The 51st State“ bereitet viel Freude.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Samuel L. Jackson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

McElroy (l.) und DeSouza müssen sich ein paar Nazi-Skinheads vom Leib halten

Veröffentlichung: 6. September 2018 als Blu-ray und DVD, 13. März 2003 als DVD

Länge: 92 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: The 51st State
Alternativtitel: Formula 51
GB/KAN 2001
Regie: Ronnie Yu
Drehbuch: Stel Pavlou
Besetzung: Samuel L. Jackson, Robert Carlyle, Emily Mortimer, Rhys Ifans, Meat Loaf, Sean Pertwee, Paul Barber, David Webber, Junix Inocian, Stephen Walters, Mac McDonald
Zusatzmaterial: Interviews, B-Roll, Stadtansicht Liverpool, Trailershow
Label/Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Label/Vertrieb 2003: Constantin Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Concorde Home Entertainment

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