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Let It Snow – Tod im Kaukasus

21 Nov

Let It Snow

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Snowboarden in einem georgischen Skigebiet – das ist für Mia (Ivanna Sakhno) und Max (Alex Hafner) ein Traumurlaub. Das amerikanische Paar ist extra angereist, um den berüchtigten „schwarzen Grat“ in der Gegend zu bezwingen. Die Rezeptionistin (Tinatin Dalakishvili) äußert allerdings, das Gebiet sei gesperrt, und warnt sie ausdrücklich davor. Selbst als unmittelbar vor ihrem Aufbruch ein Toter vom schwarzen Grat heruntergebracht wird, lässt sich speziell Max nicht von dem Vorhaben abbringen. Ein bisschen Schmiergeld für den Helikopterpiloten, der die beiden Free Rider zu ihrem Zielort fliegen soll – schon befördert er sie dorthin.

Sehr verliebt: Mia und Max

Während des Fluges sichtet Mia auf einem Berggrat ein Kreuz. Der Pilot berichtet, es sei von den Eltern eines Mädchens errichtet worden, das dort vor einiger Zeit von zwei Free Ridern umgefahren und zum Sterben zurückgelassen wurde (eine Szene, die wir im Prolog des Films zu sehen bekamen). Der Legende nach gehe der Geist der Toten in der Gegend um und töte Wintersportler. Er glaube zwar nicht an Geister, aber tatsächlich würden dort Menschen verschwinden.

Mia erreicht den schwarzen Grat

Max und Mia lassen sich nicht beirren, sondern am Ziel absetzen. Ein Fehler, denn kurz nach Beginn ihrer Abfahrt verliert Mia den Kontakt zu ihrem Liebsten und wird von einem Schneemobil angefahren. Ein bitterer Kampf ums Überleben beginnt.

Doch dann kommt der schwarze Mann

Der Drehort im georgischen Kaukasus-Hochgebirge hat überwältigende Landschaftspanoramen zu bieten, die „Let It Snow“ zu einem visuell betörenden Filmerlebnis machen. Die ukrainisch-georgische Produktion wartet zudem mit der ukranischen Schauspielerin Ivanna Sakhno auf, die den Film gut tragen kann. Ihr gegenüber fällt ihr Partner Alex Hafner etwas ab, aber er hat auch weniger Leinwand- respektive Bildschirmzeit vorzuweisen und seine Figur ist als sorgloser Sonnyboy recht klischeehaft gezeichnet.

Er führt nichts Gutes im Schilde

Der ukrainische Filmemacher Stanislav Kapralov schrieb auch am Drehbuch seines Langfilm-Regiedebüts mit. Die Story entwickelt sich so, wie sich derlei Survival-Horrorfilme (oder –Abenteuer) eben entwickeln. Eine mehr oder minder glaubwürdige Hintergrundgeschichte um eine trauernde Familie zeichnet sich von Anfang an ab und bekommt im Mittelteil etwas Futter. Eine Szene in einem Tunnel lässt nach etwa einer Stunde sogar Backwoods-Horror-Atmosphäre aufkommen. Action gibt es nur punktuell, weitgehend verfolgen wir Mias Fluchtbemühungen im verschneiten Kaukasus, dessen Kälte sie zu spüren bekommt. Ein paar Rückblenden lassen sie uns gut kennenlernen, sodass wir mit ihr ums Überleben bangen. Ihr Jäger ist weit weniger interessant gezeichnet, was verhindert, dass „Let It Snow“ über den Durchschnitt vergleichbarer Survival-Thriller herausragt, auch wenn eine böse Pointe kurz vor dem Finale zu gefallen weiß (Stichwort Schneemann). Der Überlebenskampf der Protagonistin immerhin hat mich bis zum Ende gut bei der Stange gehalten. Tipp: Der Abspann wartet mit zwei Midcredits-Szenen auf, also nicht gleich abschalten. Welche Horrorfilme in Schnee und Eis könnt Ihr empfehlen?

Hat Mia noch eine Chance?

Veröffentlichung: 24. November 2022 als Blu-ray, DVD und Video on Demand

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Let It Snow
UKR/GEORG/SP/USA 2020
Regie: Stanislav Kapralov
Drehbuch: Stanislav Kapralov, Omri Rose
Besetzung: Ivanna Sakhno, Alex Hafner, Tinatin Dalakishvili, Mariam Sulakadze, Olga Sulzhenko, Ihar Kankov, Tamri Bziava, Gia Japharidze, Avtandil Chakhunashvili, Soslan Oniashvili
Zusatzmaterial: deutscher und englischer Trailer, Trailershow
Label/Vertrieb: Plaion Pictures

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshots: © 2022 Plaion Pictures

 

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