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Moon 44 – Roland Emmerichs trashiger Abschied aus Deutschland

30 Apr

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Moon 44

Gastrezension von Simon Kyprianou

SF-Action // Roland Emmerich ist einer der wenigen deutschen Hollywood-Exporte, die sich auch auf Dauer halten konnten. Warum das so ist, darüber ließe sich sehr gut diskutieren, man kann sich auch darüber wundern, aber Emmerich hat immer wieder Geldgeber gefunden, immer wieder Finanziers für seine gigantischen Zerstörungsorgien wie „Independence Day“, „Godzilla“, „2012“ und „White House Down“. Von „Independence Day“ sind sogar zwei Fortsetzungen mit Emmerich auf dem Regiestuhl angekündigt. Bevor der Schwabe 1992 in Hollywood mit „Universal Soldier“ reüssierte, hinterließ er mit „Moon 44“ noch in Deutschland eine Duftmarke des Genrefilms, wenn auch eine etwas trashige.

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Ein ganzer Kerl: Agent Felix Stone

Im Jahr 2038 wird die Welt von Konzernen regiert, die erbittert Krieg gegeneinander führen. Die Konzerne besitzen Rohstoffmonde, die sie ausbeuten. Die Monde im Besitz der Galactic Mining Corporation werden immer wieder vom Konkurrenten Pyrite angegriffen und assimiliert. Nur noch Moon 44 ist übrig. Dort wird wohl der nächste Angriff von Pyrite erfolgen. Die Galactic Mining Corporation schickt Felix Stone (Michael Paré) unter falschem Vorwand auf Moon 44. Die Kommandeure (unter anderen Malcolm McDowell) empfangen den Undercover-Agent eher unfreundlich.

Versatzstücke von Science-Fiction-Klassikern

„Moon 44“ bedient sich reichlich bei den Großtaten des Science-Fiction-Genres, ein bisschen „Alien“, ganz viel „Aliens“, etwas „Blade Runner“ abgerundet mit einem Hauch „2001“. Hinzufügen tut er dem Genre nichts. Zwar wird der Film heute gern als Emmerichs Eintrittskarte nach Hollywood bezeichnet, doch der Filmemacher war sehr vorsichtig: keine Wagnisse, keine Ausschweifungen, keine Virtuosität.

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Stone (l.) ermittelt undercover auf Moon 44

Es ist Konfektionsware in übertrieben düsteren Bildern, die übertrieben zugenebelt sind. Auf Dauer wirkt das befremdlich. Auch sonst sind keine Überraschungen zu bemerken – altbekannte Story, altbekannte Figurentypen. Eigentlich ist „Moon 44“ also uninteressant, aber in seiner plumpen Trashigkeit doch nicht ohne Charme, von Michael Paré schön kaltschnäuzig gespielt. Einen Blick kann man getrost riskieren.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Roland Emmerich sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Michael Paré in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 1. Mai 2015 als Blu-ray, 6. September 2013 als Blu-ray und DVD in der Roland Emmerich Collection, 19. Oktober 2004 als DVD (vergriffen)

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Moon 44
BRD 1990
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Dean Heyde
Besetzung: Michael Paré, Lisa Eichhorn, Dean Devlin, Malcolm McDowell, Jochen Nickel, Brian Thompson, Stephen Geoffreys, Leon Rippy, Calvin Burke
Zusatzmaterial: Roland Emmerich – eine Hollywood-Karriere, Wendecover
Vertrieb: Universum Film (Blu-ray), Studiocanal Home Entertainment (DVD)

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Dreck am Stecken: Major Lee

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Universum Film

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