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Stadt im Meer – Unter dem Ozean lebt sich’s länger

27 Mrz

Stadt_im_Meer-Cover

The City Under the Sea

Von Volker Schönenberger

SF-Abenteuer // Von seinen frühen Horror-Meisterwerken „Katzenmenschen“ und „Ich folgte einem Zombie“ oder dem genialen Film noir „Goldenes Gift“ ist Jacques Tourneurs letzter Kinofilm „Stadt im Meer“ qualitativ weit entfernt. Vincent Price adelt ihn aber, und die mal stilvolle, mal alberne Inszenierung macht ihn durchaus kurzweilig.

Vincent Price als Schmuggler-Kapitän

An der Küste von Cornwall wird die Leiche eines Mannes an den Strand gespült. Er war Gast im Hotel der jungen Jill (Susan Hart). Kurz darauf dringt eine sonderbare Kreatur ins Hotel ein und entführt die Besitzerin – es scheint ein Kiemenmann zu sein. Ihr Freund Harold (David Tomlinson) und der Hotelgast Ben (Tab Hunter) nehmen die Verfolgung auf und gelangen in die von Vulkanen umgebene Unterwasserstadt Lyonesse. Dort lebt seit langer Zeit eine vom Kapitän Sir Hugh (Vincent Price) angeführte Schmugglergesellschaft, deren Mitglieder nicht zu altern scheinen.

Nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe

Der Anfang mit dem angespülten Toten und dem Eindringen der Kreatur ins Hotel verheißt eine Spannung, die „Stadt im Meer“ im Verlauf nicht einhält. Lose auf dem Gedicht „The City in the Sea“ von Edgar Allan Poe basierend, wollten die Produzenten offenbar auf den Zug aufspringen, den Roger Corman mit seinem Poe-Zyklus in Fahrt gesetzt hatte. Das ist nur leidlich gelungen. Kostüme und Kulissen sind von uneinheitlicher Qualität – mal erscheint die Ausstattung sorgfältig und durchdacht, mal reizt der Anblick zum Schmunzeln, ohne dass das beabsichtigt war. Die unter dem Ozean lebende Gesellschaft ist obendrein unzulänglich skizziert. Sogar ein Hahn darf eine – nun ja – tragende Rolle spielen, so tragend, dass er sogar in den Credits verewigt worden ist: Herbert hieß er.

In den USA sogar auf Blu-ray erschienen

Das kann man sich schon mal anschauen, aus historischem Interesse allemal. Alles in allem wird „Stadt im Meer“ mich aber nicht zu einer zweiten Sichtung motivieren. In den USA ist der Film unter dem alternativen Titel „War-Gods of the Deep“ sogar auf Blu-ray erschienen. Die recht einfach aufgemachte deutsche DVD überzeugt immerhin mit anständigem Bild. Für Tourneur- und Price-Komplettisten ist sie natürlich Pflicht – aber auch nur für die.

Jacques Tourneur bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Katzenmenschen (1942)
Ich folgte einem Zombie (1943)
The Leopard Man (1943)
Feuer am Horizont (1946, Rezension folgt in Kürze)
Goldenes Gift (1947)
Wichita (1955, geplant)
Der Fluch des Dämonen (1957)
Stadt im Meer (1965)

Vincent Price bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Die Fliege (1958)
House on Haunted Hill (1959)
Schrei, wenn der Tingler kommt (1959)
Die Verfluchten (1960)
Das Pendel des Todes (1961)
Die Maske des Roten Todes (1964)
Stadt im Meer (1965)
Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)
Die Rückkehr des Dr. Phibes (1972)
Theater des Grauens (1973)
Das Haus der langen Schatten (1983)

Veröffentlichung: 22. Mai 2015 als DVD

Länge: 81 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The City Under the Sea
Alternativtitel: War-Gods of the Deep
GB 1965
Regie: Jacques Tourneur
Drehbuch: Charles Bennett, Louis M. Heyward
Besetzung: Vincent Price, David Tomlinson, Susan Hart, Tab Hunter, John Le Mesurier, Henry Oscar, Derek Newark, Roy Patrick
Zusatzmaterial: Trailer, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2016 Al!ve AG / Cosmopolitan Pictures

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